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Republik im südlichen Nord- und nördlichen Mittelamerika mit langer Nordgrenze zu den USA am Rio Grande, karibische wie pazifische Küste, 1,97 Mio. km², 106,2 Mio. Einwohner, Hauptstadt Mexiko-Stadt, Amtssprache Spanisch.
Land und Leute
Mexiko ist zum überwiegenden Teil ein relativ trockenes Hochland zwischen den beiden Gebirgsketten der Sierra Madre im Westen und Osten sowie der Cordillera Volcánica im Süden mit Citlaltépetl (5 700 m) und Popocatépetl (5 452 m). Da die Küstenebene im Osten sehr schmal, im Westen aber versumpft und mit feuchtheißem Klima wenig siedlungsgeeignet ist, ballt sich die fast ausschließlich katholische indianisch-weiße Mischbevölkerung im zentralen Hochland und in einigen Hafenstädten wie Santa Cruz. Ein explosives Bevölkerungswachstum hat zu starker Landflucht geführt und zu erheblichem Auswanderungsdruck, der v. a. die USA trifft.
Wirtschaft
Mexiko hat eine beachtliche Industrie (Fahrzeuge, Textilien, Lebensmittel, Chemie u. a.) aufgebaut und die Erschließung seiner reichen Bodenschätze (Grafit, Quecksilber, Zink, Antimon, Kupfer, Eisen, Kohle u. a.) vorangetrieben. V. a. der Erdölsektor wurde stark entwickelt. Dennoch reichen die Deviseneinnahmen kaum, da zudem Nahrungsmittel importiert werden müssen. Die Landwirtschaft kann nur etwa 10 % der Fläche nutzen, baut Mais, Bohnen, Gemüse, Getreide u. a. an und exportiert Kaffee, Zucker, Tomaten, Baumwolle. Die Fischerei erwirtschaftet Überschüsse, der Fremdenverkehr spielt eine wachsende Rolle.
Geschichte
Seit etwa 20 000 Jahren besiedelt, wurde Mexiko zur Wiege mehrerer indianischer Hochkulturen. 1519 landeten die Spanier unter Cortés und zerstörten bis 1521 das Reich der Azteken. Es entstand das Vizekönigreich Neuspanien, in dem die Urbevölkerung durch Zwangsarbeit, Seuchen und blutige Christianisierung dezimiert wurde. Die Siedler vermischten sich zunehmend mit den Indianern, sodass ein Großteil der Bevölkerung die inneren Bindungen an das Mutterland verlor, das sich zudem durch hohe Steuerforderungen unbeliebt machte. 1810 wurde der Kampf um die Unabhängigkeit aufgenommen, die Madrid 1821 anerkennen musste. Nach Konflikt mit den USA verlor Mexiko 1848 Texas, Kalifornien und New Mexico, 1853 den Südteil Arizonas. Die Reformen des Präsidenten Juárez seit 1858 führten zu einem erbitterten Bürgerkrieg, in dem sich Juárez durchsetzte. Die sozialen Gegensätze blieben jedoch bestehen und mündeten 1910 erneut in einen Bürgerkrieg, der 1917 durch eine neue Verfassung beendet werden konnte. Trotz Bodenreform und Verstaatlichung der Ölgesellschaften (1938), trotz Hilfe der USA geriet das Land immer wieder in schwere ökonom. Krisen und ist heute eines der Hauptschuldnerländer der Welt, das zudem mit dramatisch anwachsender Kriminalität und Umweltzerstörung zu kämpfen hat. Seit Mitte der 1990er Jahre des 20. Jh. verzeichnet Mexiko jedoch einen starken Aufwärtstrend und gehört zu den wichtigsten Volkswirtschaften in Südamerika. In den letzten Jahren gab es innere Konflikte um die Rechte der Indios.